Die Kosten einer Büroreinigung ergeben sich vor allem aus der Reinigungszeit, die Ihre Büroflächen pro Einsatz benötigen, multipliziert mit dem Turnus und dem Stundensatz bzw. umgerechnet in einen m²-Preis. Die zentrale Kalkulationsgröße ist die sogenannte m²-Leistung: Wie viele Quadratmeter schafft eine Reinigungskraft pro Stunde in Ihren Räumen? Dieser Ratgeber zeigt, welche Faktoren speziell im Büro den Preis bestimmen und wie Sie die Kalkulation nachvollziehen können.
Einen allgemeinen Überblick über Preismodelle für alle Objektarten finden Sie im Ratgeber Was kostet eine Gebäudereinigung? Hier geht es gezielt um Büroflächen.
Die m²-Leistung: zentrale Größe für die Büroreinigung Kosten
In der Reinigungsbranche wird mit der Reinigungsleistung in Quadratmetern pro Stunde (m²/h) kalkuliert. Sie beschreibt, wie viel Fläche eine Reinigungskraft bei einem festgelegten Leistungsumfang in einer Stunde reinigt.
Diese Kennzahl ist kein fester Wert, sondern wird für jeden Raumtyp einzeln angesetzt. Ein offenes Großraumbüro mit Teppichboden lässt sich zügiger reinigen als ein kleines Einzelbüro mit vielen Möbeln, Kabeln und Ablagen. Sanitärräume und Teeküchen haben eine deutlich niedrigere m²-Leistung als Flure.
Je realistischer die m²-Leistung angesetzt ist, desto verlässlicher ist das Angebot. Ist sie zu hoch angesetzt, wirkt der Preis zunächst attraktiv – in der Praxis fehlt dann aber oft die Zeit für eine gründliche Reinigung.
Welche Faktoren den Preis im Büro beeinflussen
Fläche und Raumtypen
Ausgangspunkt ist die zu reinigende Fläche, aufgeteilt nach Raumtypen: Einzel- und Großraumbüros, Besprechungsräume, Flure, Empfang, Teeküche, Sanitär. Jeder Raumtyp erhält eine eigene m²-Leistung und einen eigenen Turnus. Lager- oder Archivräume werden oft nur selten oder gar nicht regelmäßig gereinigt.
Bodenbeläge
Der Bodenbelag beeinflusst Methode und Zeitbedarf. Teppichböden werden gesaugt, elastische Beläge wie Linoleum oder PVC feucht gewischt, Parkett und Naturstein brauchen materialgerechte Pflege. Gemischte Beläge auf einer Etage bedeuten häufigere Wechsel von Geräten und Mitteln. Für die regelmäßige Werterhaltung kann zusätzlich eine Bodenreinigung und -pflege sinnvoll sein.
Möblierung und Ausstattung
Viele Schreibtische, Rollcontainer, Pflanzen und Technik verlängern die Reinigungszeit. Freie Arbeitsflächen (Clean-Desk-Regel) lassen sich deutlich schneller abwischen als belegte Schreibtische, auf denen nur um Unterlagen herum gereinigt werden kann.
Turnus
Der Turnus bestimmt, wie oft die Leistung im Monat anfällt. Viele Büros kombinieren unterschiedliche Intervalle: Sanitär und Teeküche täglich, Arbeitsplätze zwei- bis dreimal pro Woche, Glastüren wöchentlich. Welche Intervalle sich bewährt haben, beschreibt der Ratgeber Wie oft sollte ein Büro gereinigt werden?
Leistungsverzeichnis
Das Leistungsverzeichnis legt fest, welche Tätigkeiten in welchem Raum und in welchem Intervall erbracht werden. Es ist die Grundlage der Kalkulation – und die Voraussetzung dafür, dass Angebote überhaupt vergleichbar sind. Zwei Angebote mit unterschiedlichen Leistungsverzeichnissen lassen sich kaum seriös gegenüberstellen.
Tagesreinigung oder Reinigung in Randzeiten?
Ein Kostenfaktor, der oft unterschätzt wird, ist die Uhrzeit der Reinigung. Klassisch wird in Randzeiten gereinigt – frühmorgens vor Arbeitsbeginn oder abends nach Büroschluss. So bleibt der Arbeitsalltag ungestört.
Die Tagesreinigung findet dagegen während der Bürozeiten statt. Sie hat einige praktische Vorteile:
- Reinigungskräfte sind ansprechbar und können auf akuten Bedarf reagieren.
- Es sind keine Schlüssel- oder Alarmregelungen für Abend- und Nachteinsätze nötig.
- Für Einsätze am Tag fallen in der Regel keine Zuschläge für ungünstige Arbeitszeiten an.
Dem stehen Einschränkungen gegenüber: Lärmintensive Arbeiten wie Saugen müssen abgestimmt werden, und belegte Arbeitsplätze können nur eingeschränkt gereinigt werden. Häufig ist eine Kombination sinnvoll – Sanitär und Teeküche tagsüber, Böden und Arbeitsplätze in Randzeiten.
Ob Zuschläge für Früh-, Spät- oder Wochenendeinsätze anfallen und in welcher Höhe, hängt von der Kalkulation des Dienstleisters und den geltenden tariflichen Regelungen ab. Lassen Sie sich dies im Angebot ausweisen.
Rechenbeispiel: So entsteht ein Preis für die Büroreinigung
Das folgende Beispiel ist fiktiv und enthält bewusst keine echten Preise. Es zeigt nur die Rechenlogik. Die kursiv gesetzten Größen werden bei der Besichtigung für Ihr Objekt individuell bestimmt.
Angenommen wird ein Büro mit 300 m² Bürofläche, 60 m² Fluren und 25 m² Sanitär und Teeküche:
- Bürofläche: 300 m² ÷ Reinigungsleistung Büro (m²/h) = Stunden pro Einsatz
- Flure: 60 m² ÷ Reinigungsleistung Flur (m²/h) = Stunden pro Einsatz
- Sanitär und Teeküche: 25 m² ÷ Reinigungsleistung Sanitär (m²/h) = Stunden pro Einsatz
- Monatsstunden je Bereich = Stunden pro Einsatz × Einsätze pro Monat laut Turnus
- Monatliche Kosten = Summe der Monatsstunden × Stundenverrechnungssatz, zuzüglich eventueller Zuschläge und Umsatzsteuer
Teilt man die monatlichen Kosten durch die Gesamtfläche, erhält man einen rechnerischen m²-Preis pro Monat. So lassen sich Angebote mit Pauschale und Angebote mit m²-Preis miteinander vergleichen – vorausgesetzt, Leistungsumfang und Turnus sind identisch.
m²-Preis, Stundensatz oder Pauschale – was passt zum Büro?
Für die laufende Büroreinigung ist eine Monatspauschale auf Basis der beschriebenen Kalkulation am gebräuchlichsten. Sie schafft planbare Kosten und eine klare Leistungsvereinbarung.
Ein reiner Stundensatz ist eher bei unregelmäßigen oder schwer kalkulierbaren Leistungen üblich, etwa bei Sonderreinigungen nach Umzügen oder Veranstaltungen. Zusatzleistungen wie Fensterreinigung oder Grundreinigung werden meist separat angeboten, weil sie nur in größeren Abständen anfallen.
Was ein Angebot für die Büroreinigung enthalten sollte
Ein nachvollziehbares Angebot macht die Kalkulation sichtbar. Achten Sie darauf, dass folgende Angaben enthalten sind:
- Flächen je Raumtyp und der jeweilige Turnus
- das zugrunde liegende Leistungsverzeichnis
- kalkulierte Reinigungszeit pro Einsatz bzw. pro Monat
- Abrechnungsmodell (Pauschale, m²-Preis oder Stundensatz)
- Angaben zu Material, Verbrauchsartikeln und eventuellen Zuschlägen
- Regelungen zu Laufzeit, Kündigung und Anpassung bei veränderter Nutzung
Fehlen diese Angaben, lohnt sich eine Nachfrage. Weitere Prüfpunkte finden Sie in unserer Checkliste zur Büroreinigung.
Kleine und große Büros: Was sich unterscheidet
Bei kleinen Büros fallen feste Zeitanteile stärker ins Gewicht: Anfahrt, Aufschließen, Material bereitstellen und Abschließen dauern ähnlich lange wie in größeren Objekten, verteilen sich aber auf weniger Fläche. Der rechnerische Preis pro Quadratmeter kann deshalb höher ausfallen.
In größeren Büroflächen lassen sich Abläufe dagegen besser bündeln, etwa durch Maschinen für Flure oder ein eingespieltes Team. Dafür steigen die Anforderungen an Organisation, Qualitätskontrolle und Kommunikation. Beides sollte in der Kalkulation berücksichtigt werden.
Tipps, um die Kosten im Griff zu behalten
- Turnus nach Raumtyp staffeln: Häufig genutzte Bereiche öfter, selten genutzte Räume seltener reinigen.
- Clean-Desk-Regel einführen: Freie Schreibtische verkürzen die Reinigungszeit und verbessern das Ergebnis.
- Schmutzfangmatten im Eingang: Weniger eingetragener Schmutz entlastet die Bodenreinigung.
- Leistungsverzeichnis regelmäßig prüfen: Ändert sich die Nutzung, etwa durch Homeoffice-Tage, sollte auch der Turnus angepasst werden.
- Nicht nur auf den Preis schauen: Eine realistisch kalkulierte Reinigungszeit ist die Voraussetzung für gleichbleibende Qualität.
Fazit
Die Büroreinigung Kosten lassen sich nachvollziehbar herleiten: Fläche je Raumtyp, angesetzte m²-Leistung, Turnus, Leistungsverzeichnis und Reinigungszeitpunkt bestimmen den Preis. Wer diese Größen kennt, kann Angebote gezielt prüfen und nachfragen, wenn Werte unplausibel erscheinen. Mehr zu Leistungen und Ablauf finden Sie auf unserer Seite zur Büroreinigung.
Sie möchten eine transparente Kalkulation für Ihre Büroflächen? Fordern Sie jetzt Ihr unverbindliches Angebot an – wir besichtigen Ihre Räume und erstellen ein Leistungsverzeichnis, das zu Ihrem Arbeitsalltag passt.
Häufige Fragen
Was bedeutet m²-Leistung bei der Büroreinigung?
Die m²-Leistung gibt an, wie viele Quadratmeter eine Reinigungskraft pro Stunde bei einem festgelegten Leistungsumfang reinigt. Sie wird je Raumtyp angesetzt und ist die Grundlage für die Berechnung der Reinigungszeit und damit des Preises.
Ist Tagesreinigung teurer als Reinigung am Abend?
Nicht unbedingt. Bei Einsätzen tagsüber entfallen häufig Zuschläge für ungünstige Arbeitszeiten. Allerdings können belegte Arbeitsplätze nur eingeschränkt gereinigt werden, weshalb oft eine Kombination aus Tages- und Randzeitenreinigung sinnvoll ist.
Wie kann ich Angebote für die Büroreinigung vergleichen?
Vergleichbar sind Angebote nur, wenn ihnen dasselbe Leistungsverzeichnis und derselbe Turnus zugrunde liegen. Achten Sie außerdem auf die kalkulierte Reinigungszeit pro Einsatz und darauf, ob Material und Zuschläge enthalten sind.
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