Ein Leistungsverzeichnis Gebäudereinigung beschreibt, welche Räume wie oft und in welcher Form gereinigt werden sollen. Es gliedert das Objekt in Raumgruppen, ordnet jeder Gruppe Leistungsarten und einen Turnus zu und nennt die zu reinigenden Flächen. So wird der Reinigungsbedarf für Auftraggeber und Dienstleister eindeutig – und Angebote lassen sich fair vergleichen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Leistungen Gebäudereinigung typischerweise umfasst, wie Sie ein Leistungsverzeichnis Schritt für Schritt aufbauen und welche Fehler Sie dabei vermeiden sollten.
Welche Leistungen umfasst Gebäudereinigung?
Gebäudereinigung ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Tätigkeiten. Bevor Sie ein Verzeichnis erstellen, hilft ein Überblick über die wichtigsten Leistungsbereiche. Eine Übersicht aller Bereiche finden Sie auch auf unserer Seite zur Gebäudereinigung.
Regelmäßige Reinigung
Den größten Anteil macht in den meisten Objekten die Unterhaltsreinigung aus: das wiederkehrende Reinigen von Böden, Arbeitsflächen, Sanitärräumen, Küchen und Kontaktflächen. Sie wird täglich, mehrmals wöchentlich oder in längeren Abständen erbracht.
Periodische und einmalige Leistungen
Hinzu kommen Leistungen, die nur in größeren Abständen anfallen. Dazu gehören die Grundreinigung von Bodenbelägen, die Reinigung von Fenstern und Glasflächen sowie Sonderleistungen wie die Reinigung nach Umbauten oder Veranstaltungen.
Spezialisierte Bereiche
Je nach Objekt kommen besondere Anforderungen hinzu, etwa in Arztpraxen, Produktionsbereichen oder Außenanlagen. Diese Bereiche sollten im Leistungsverzeichnis separat aufgeführt werden, weil sich Verfahren, Mittel und Intervalle deutlich unterscheiden.
Warum ein Leistungsverzeichnis sinnvoll ist
Ohne schriftliche Leistungsbeschreibung bleibt vieles Auslegungssache. „Büros reinigen“ kann bedeuten, nur Papierkörbe zu leeren und Böden zu saugen – oder zusätzlich Schreibtische, Türklinken und Heizkörper zu wischen. Unterschiedliche Annahmen führen zu Angeboten, die sich nicht vergleichen lassen, und später zu Missverständnissen.
Ein Leistungsverzeichnis schafft hier eine gemeinsame Grundlage. Es dient bei der Angebotsanfrage als Vorgabe, im laufenden Vertrag als Referenz und bei Qualitätskontrollen als Prüfmaßstab.
- Vergleichbarkeit: Alle Anbieter kalkulieren auf derselben Basis.
- Transparenz: Beide Seiten wissen, was geschuldet ist und was nicht.
- Steuerbarkeit: Änderungen am Bedarf lassen sich gezielt einzelnen Positionen zuordnen.
- Prüfbarkeit: Qualitätskontrollen beziehen sich auf konkrete, vereinbarte Leistungen.
Aufbau eines Leistungsverzeichnisses für die Gebäudereinigung
Bewährt hat sich eine Gliederung in vier Ebenen: Raumgruppen, Leistungsarten, Turnus und Flächenangaben. Ergänzt wird das Ganze durch allgemeine Regelungen und eine Beschreibung der Qualitätskontrolle.
1. Raumgruppen bilden
Fassen Sie Räume mit ähnlicher Nutzung und ähnlichem Reinigungsbedarf zu Gruppen zusammen. Das reduziert den Umfang erheblich, denn Sie müssen Leistungen nicht für jeden einzelnen Raum beschreiben. Typische Raumgruppen sind:
- Büro- und Arbeitsräume
- Besprechungs- und Konferenzräume
- Sanitärräume (WC, Duschen, Waschräume)
- Teeküchen und Sozialräume
- Verkehrsflächen wie Flure, Treppenhäuser und Aufzüge
- Eingangs- und Empfangsbereiche
- Technik-, Lager- und Nebenräume
Ordnen Sie jedem Raum im Raumbuch eine dieser Gruppen zu. Bei Bedarf können Sie Untergruppen bilden, etwa Einzelbüros und Großraumbüros, wenn sich die Nutzung deutlich unterscheidet.
2. Leistungsarten je Raumgruppe festlegen
Für jede Raumgruppe beschreiben Sie, welche Tätigkeiten erbracht werden sollen. Formulieren Sie möglichst konkret und vermeiden Sie Sammelbegriffe wie „gründlich reinigen“. Für Büroräume könnte das so aussehen:
- Papierkörbe leeren, Müllbeutel wechseln, Abfall getrennt entsorgen
- Böden je nach Belag saugen oder feucht wischen
- Freie Schreibtischflächen feucht abwischen
- Kontaktflächen wie Türklinken und Lichtschalter reinigen
- Fensterbänke, Heizkörper und Schränke außen abwischen
Legen Sie auch fest, was nicht dazugehört. Ein typisches Beispiel: Schreibtische werden nur gereinigt, wenn sie freigeräumt sind. Solche Abgrenzungen verhindern spätere Diskussionen. Welche Tätigkeiten üblicherweise zum regelmäßigen Umfang zählen, erklärt unser Ratgeber Was gehört zur Unterhaltsreinigung?
3. Turnus angeben
Der Turnus legt fest, wie oft eine Leistung erbracht wird. Er muss nicht für alle Tätigkeiten einer Raumgruppe gleich sein: Papierkörbe werden vielleicht täglich geleert, Heizkörper aber nur monatlich abgewischt. Gängige Angaben sind:
- täglich oder an bestimmten Wochentagen (z. B. Mo, Mi, Fr)
- wöchentlich, 14-täglich oder monatlich
- quartalsweise, halbjährlich oder jährlich
- nach Bedarf beziehungsweise auf Abruf
Geben Sie zusätzlich an, zu welchen Zeiten gereinigt werden kann – etwa außerhalb der Geschäftszeiten oder in festen Zeitfenstern. Wie Sie den passenden Rhythmus für Büroflächen finden, lesen Sie im Beitrag Wie oft sollte ein Büro gereinigt werden?
4. Flächenangaben ergänzen
Für eine belastbare Kalkulation braucht der Dienstleister Flächen in Quadratmetern, möglichst je Raumgruppe und Bodenbelag. Hilfreich sind außerdem die Anzahl der Sanitärobjekte (WCs, Urinale, Waschbecken), die Zahl der Arbeitsplätze und die Fensterflächen, sofern Glasreinigung Teil des Auftrags ist.
Grundlage können Grundrisse, ein vorhandenes Raumbuch oder Daten aus dem Facility Management sein. Wichtig ist, dass klar ist, ob es sich um Netto-Grundflächen oder andere Bezugsgrößen handelt. Bei Unsicherheit klärt eine gemeinsame Objektbesichtigung die Werte.
Beispiel: Auszug aus einem Leistungsverzeichnis
Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie einzelne Positionen formuliert werden können. Sie ersetzt keine objektspezifische Planung, verdeutlicht aber die Struktur.
| Raumgruppe | Leistung | Turnus | Bezugsgröße |
|---|---|---|---|
| Büroräume | Papierkörbe leeren, Müllbeutel wechseln | täglich | Anzahl Arbeitsplätze |
| Büroräume | Teppichböden saugen | 2 × wöchentlich | m² Teppich |
| Sanitärräume | WC, Urinale, Waschbecken reinigen; Verbrauchsmaterial auffüllen | täglich | Anzahl Objekte |
| Teeküchen | Arbeitsflächen und Spüle reinigen, Boden wischen | täglich | m² Boden |
| Verkehrsflächen | Hartböden feucht wischen | 3 × wöchentlich | m² Hartboden |
| Alle Räume | Heizkörper und Fensterbänke abwischen | monatlich | pauschal |
Allgemeine Regelungen im Leistungsverzeichnis
Neben den einzelnen Positionen gehören einige übergreifende Punkte in das Dokument. Sie betreffen die Organisation und vermeiden Rückfragen im laufenden Betrieb:
- Reinigungszeiten und Zugangsregelungen (Schlüssel, Transponder, Alarmanlage)
- Verbrauchsmaterial: Wer stellt Seife, Papierhandtücher, Toilettenpapier und Müllbeutel?
- Abfallentsorgung: Mülltrennung und Standorte der Sammelbehälter
- Besondere Anforderungen an Reinigungsmittel, etwa bei empfindlichen Oberflächen
- Ansprechpartner auf beiden Seiten und Meldewege bei Mängeln
- Sonderleistungen und wie sie beauftragt und abgerechnet werden
Qualitätskontrolle festlegen
Ein Leistungsverzeichnis ist nur so gut wie die Möglichkeit, seine Einhaltung zu prüfen. Vereinbaren Sie deshalb, wie Qualität festgestellt wird. Üblich sind regelmäßige gemeinsame Begehungen, bei denen stichprobenartig Räume anhand der vereinbarten Leistungen beurteilt werden.
Hilfreich ist ein einfaches Kontrollprotokoll mit festen Kriterien je Raumgruppe. Mängel werden dokumentiert, mit einer Frist zur Nachbesserung versehen und bei der nächsten Begehung erneut geprüft. Ergänzend kann für die Bewertung ein anerkanntes Verfahren zur Qualitätsmessung vereinbart werden – wichtig ist vor allem, dass beide Seiten denselben Maßstab anlegen.
Häufige Fehler beim Erstellen
Viele Leistungsverzeichnisse scheitern nicht am Umfang, sondern an Details. Achten Sie besonders auf diese Punkte:
- Ungenaue Begriffe: „Nach Bedarf“ ohne Definition führt zu unterschiedlichen Erwartungen.
- Veraltete Flächen: Nach Umbauten stimmen Raumbücher oft nicht mehr.
- Fehlende Abgrenzung: Unklar bleibt, ob etwa Glastrennwände oder Küchengeräte enthalten sind.
- Übertriebener Turnus: Wenig genutzte Räume täglich zu reinigen, erhöht Kosten ohne Mehrwert.
- Keine Anpassungsregel: Es fehlt ein Verfahren, wie Änderungen am Bedarf vereinbart werden.
Planen Sie außerdem eine Überprüfung nach den ersten Monaten ein. Erst im laufenden Betrieb zeigt sich, ob Turnus und Leistungsumfang zur tatsächlichen Nutzung passen. Wie sich der Umfang auf die Kalkulation auswirkt, beschreibt unser Ratgeber Was kostet Gebäudereinigung?
Leistungsverzeichnis gemeinsam mit dem Dienstleister entwickeln
Sie müssen das Verzeichnis nicht allein erstellen. Häufig ist es sinnvoll, die Grundstruktur selbst vorzugeben und Details bei einer Objektbesichtigung mit dem Reinigungsdienstleister abzustimmen. Er kann Hinweise zu Bodenbelägen, sinnvollen Intervallen und Arbeitsabläufen geben, die Sie bei der reinen Planung am Schreibtisch nicht sehen.
Achten Sie aber darauf, dass das Ergebnis Ihre Anforderungen widerspiegelt und nicht nur das Standardangebot eines Anbieters. Bei mehreren Anfragen sollten alle Anbieter dasselbe Verzeichnis erhalten.
Fazit
Ein gut aufgebautes Leistungsverzeichnis für die Gebäudereinigung gliedert das Objekt in Raumgruppen, beschreibt Leistungsarten konkret, legt einen realistischen Turnus fest und nennt nachvollziehbare Flächen. Ergänzt um allgemeine Regelungen und eine vereinbarte Qualitätskontrolle entsteht eine Grundlage, auf der sich Angebote vergleichen und Leistungen zuverlässig steuern lassen.
Sie möchten Ihr Leistungsverzeichnis abstimmen oder auf dieser Basis ein Angebot erhalten? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir besichtigen Ihr Objekt und besprechen den Bedarf gemeinsam mit Ihnen.
Häufige Fragen
Wer erstellt das Leistungsverzeichnis für die Gebäudereinigung?
Grundsätzlich der Auftraggeber, da er seinen Bedarf kennt. In der Praxis wird die Struktur oft selbst vorgegeben und bei einer Objektbesichtigung gemeinsam mit dem Dienstleister verfeinert. Wichtig ist, dass alle angefragten Anbieter dieselbe Fassung erhalten.
Wie detailliert muss ein Leistungsverzeichnis sein?
So detailliert, dass zwei Anbieter unabhängig voneinander dasselbe darunter verstehen. Raumgruppen statt Einzelräume halten das Dokument übersichtlich, konkrete Tätigkeitsbeschreibungen und Turnusangaben sorgen für Klarheit.
Kann das Leistungsverzeichnis später angepasst werden?
Ja, und das ist oft sinnvoll. Ändern sich Nutzung, Belegung oder Flächen, sollten die betroffenen Positionen angepasst werden. Idealerweise regelt der Vertrag bereits, wie solche Änderungen vereinbart und abgerechnet werden.
Rhein Siegel Gebäudereinigung
Sie möchten Ihr Objekt professionell reinigen lassen?
Wir beraten Sie gern und erstellen nach einer kostenlosen Besichtigung ein individuelles Angebot.
Kostenloses Angebot anfragen
